Überbehütete Kinder: Eltern müssen auch mal draußen bleiben – Gesellschaft – FAZ

Überbehütete Kinder: Eltern müssen auch mal draußen bleiben – Gesellschaft – FAZ.

Ich bringe meinen Sohn auch manchmal in die Schule – er ist sieben – und dort wurde inzwischen auch das Betreten des Schulhofs verboten, ausser wenn Eltern den Lehrer etwas fragen möchten. Warum bringe ich ihn hin? Weil es schön ist, sich morgens noch ein bisschen unterhalten zu können, wenn man sich den ganzen Tag dann nicht sieht. Ich gehe auch – wenn es möglich ist – manchmal mit meinem Mann „zur Arbeit“, das heisst wir fahren eine gemeinsame Strecke in Richtung unserer Arbeitsstellen.

Wie schade, dass der Wunsch miteinander zu quatschen als Möglichkeit in dem Bericht der FAZ überhaupt nicht auftaucht. Nein, wenn Eltern ihre Kinder begleiten, dann muss es ein Zeichen von Überbehütung sein, von Wohlstandsverwahrlosung. Das sagt mehr über die Lehrer und ihren Blick auf Eltern als über die Eltern selbst. Stattdessen könnte man sich auch freuen, dass die Eltern so viel Interesse an ihren Kindern haben, dass sie sich morgens diese Zeit für den Schulweg nehmen, froh sein, dass man die Eltern öfter als nur zum Elternabend sieht und die Gelegenheit für Tür-und-Angelgespräche nutzen, als Grundlage für eine gelungene Erziehungspartnerschaft.

Stattdessen machen die Lehrer hier aus der Schule wieder eine Black-Box, in die Eltern keinen Einblick haben können und sollen. Vielleicht würden auch weniger Eltern morgens im Klassenzimmer stehen, wenn die Schule eben keine Black-Box und Lehrer eher zugänglich wäre?

Überbehütete Kinder: Eltern müssen auch mal draußen bleiben – Gesellschaft – FAZ

Was ich für Elternarbeit lernen musste

Im Fach Elternarbeit haben wir Monate nachdem wir mit dem Thema begonnen haben das Buch „Das Handbuch der Elternarbeit“ leihweise zur Verfügung gestellt bekommen. Wir haben es allerdings im Unterricht nicht verwendet. Dafür noch ein anderes Buch mit praktischen Übungen. Praktische Übung heisst Rollenspiele. Heisst wir haben lauter Rollenspiele gemacht, entweder uns aus dem Buch Szenen vorgelesen (mit verteilten Rollen) oder nachgespielt oder die Dozentin hat sich Rollenspiele ausgedacht, und dann haben wir uns erzählt, was wir fühlen und denken und wiedermal das Wertequadrat und die Ohren von Herrn Schultz-von-Thun durchgesprochen. Wie das Rollenspielbuch heisst, weiss ich leider nicht, weil wir das nur im Unterricht benutzen durften und sofort wieder abgeben mussten.

Für die Klausur zu lernen war ausdrücklich nicht „das Buch“ (das könne man ja dann vor der Prüfung immer noch machen. Aha.), sondern:

Fallbeispiel (ein aggressives Kind terrorisiert Kindergarten. Auffällig: das Kind hat im Morgenkreis erzählt, dass es viele Kindersendungen im Fernsehen ansieht. Aha. Dann ist ja alles klar.)

Ich- statt Du-Botschaften, Struktur:
Beschreibung d störenden Verhaltens
Beschreibung des bei mir ausgelösten Gefühls
Konsequenz

Eltern* => Kunden und/oder Partner der Erzieher. Vgl. gesetzl Verankerung im KJHG §1, 9, 22
im Einzelnen: Information, Transparenz, gegenseitiger Austausch, Zusammenarbeit der Eltern, Kooperation, Mitbestimmung. führt zu vertrauensvoller Beziehung zugunsten des Kindes
Problem: Interessen der Eltern und Erzieher können auseinanderfallen

Sprachliche und nichtsprachliche Kommunikationsmittel:
nonverbale Kommunikation findet immer statt, transportiert Gefühle und Stimmungen, beeinflusst auch unbewusst und ist sehr störanfällig. Wahrnehmung und Vermutung müssen getrennt werden. Vermutung kann falsch sein.
Wahrnehmung: was man wirklich gesehen und gehört hat
Vermutung: Interpretation der Wahrnehmung

Sich selbsterfüllende Prophezeiung*: Falsche Definition einer Situation, die zu einem neuen Verhalten führt durch das sich die ursprünglich falsche Annahme erfüllt. Die vermeintliche Gültigkeit der sich selbsterfüllenden Prophezeiung verewigt die Herrschaft des Irrtums. Denn der Prophet wird sich auf die tatsächlichen Geschehnisse als Beweis dafür berufen, dass er von Anfang an im Recht war. Anders: Ein Glaubenssatz oder eine Wahnvorstellung, an die fest genug geglaubt wird auch wenn sie völlig falsch ist, kann Menschen so stark beeinflussen, dass ihre Reaktionen die einst-falsche Prophezeiung bewahrheiten.

Kommunikationsmodell Schulz v Thun
4 Seiten einer Nachricht: Sender – Nachricht (Sachinhalt, Selbstoffenbarung, Beziehung, Appell) – Empfänger
1. Sachinhalt: Sachinformationen, Daten
2. Selbstoffenbarung: Informationen üb d Sender.
3. Beziehung: Verhältnis Sender – Empfänger.
4. Appel: Beeinflussung des Empfängers

Nachrichten: Gesamtheit aller sprachlichen u nicht-sprachlichen Kummunikationsprozesse, die immer viele/alle d obengenannten Botschaften enthalten

Explizite u implizite Botschaften: alle vier möglichen Aspekte einer Nachricht können explizit oder implizit ausgedrückt werden. Oft sei die Hauptbotschaft nur implizit enthalten, um bestreitbar zu sein. Implizite Botschaften werden oft non-verbal ausgedrückt. können eigenständig sein oder qualifizierend, dh weitere Hinweise zum Verständnis d sprachl Anteile geben.

Kongruenz: nicht-sprachliche u sprachl Anteile d Nachricht gönn sich ergänzen/übereinstimmen oder widersprechen. Doppelbindung: Paradoxe Botschaften und Signale richten sich mit Widersprüche Handlungs- u Reaktionsaufforderungen an Empfänger u werd als unauflösbar, undurchschaubar und existentiell bedrohlich erlebt.

Empfänger: hat freie Wahl auf welche Seite ein Nachricht (Beziehung, Sachebene, Apell, Selbstoffenbarung) er reagieren möchte
Problem: einseitige Empfangsgewohnheit
Lösungen: Aktives Zuhören (Selbstoffenbarung) , Nicht immunisieren, dh anstumpfen, oder Psychologisieren, dh nur noch auf Selbstoffenbarungsaspekte achten; finale Betrachtungsweise: Frage, wozu ein Verhalten nutzt, um sich vor Manipulation beim Apell zu schützen (aber: Funktionalitätsverdacht „Tränendrüse“).

Ankommende Nachricht*: Machwerk d Empfängers
Sender kodiert Nachricht, dh verschlüsselt sie in Zeichenprozesse
Empfänger dekodiert Nachricht, dh entschlüsselt Nachricht. Hierbei kann es zu Mißverständnissen kommen, wenn Empfänger andere Bedeutungen mit Zeichen verbindet als Sender oder Zeichen nur unvollständig/fehlerhaft ankommen.

Ursachen*: unterschiedl Sprachmillieus, Selbstkonzept Empfänger, Bild vom Sender, korrelierte Botschaften, dh mit Nachricht verknüpfte, und Botschaften, die zu Abwehrreaktion führen

*Teilweise geht das über das im Unterricht gemachte hinaus, weil das Buch und ich Dinge anders sehen als die Dozentin.

Was ich für Elternarbeit lernen musste